Was kann ich gegen den Klimawandel tun?

Stand: 05.03.2020

Wir verhalten uns verschwenderisch in allen Bereichen. Was kümmerte uns bisher die Verschwendung? Wir konnten es uns ja leisten!

Wir sollten unser eigenes Konsumverhalten bewusst beobachten und entscheiden, was wir wirklich brauchen. Moderne Marketingstrategien verführen uns immer wieder zu unüberlegten Kaufentscheidungen. Benötigen wir wirklich ein Produkt? Falls ja, permanent, oder es das nicht irgendwo zum Ausleihen? Denn wir dürfen nicht vergessen, dass für die Herstellung und dem Transport von allem Energie und Materialien (Rohstoffe) benötigt werden.

Jedes Produkt benötigt Energie, von der Herstellung und Produktion über den Transport bis zum Verkauf (Klimatisierung und Beleuchtung im Geschäft) und belastet damit die Umwelt.

Der folgende Betrag wird natürlich noch weiter geschrieben.

 

 

Video

Gegen Klimawandel: Das kannst Du tun | Quarks

 

 

1. DARÜBER REDEN!!!

Gespräche

Bild von pasja1000

Erstens, weil vielen noch immer nicht bewusst ist, wie ernst die Lage ist.

Zweitens, weil es nicht gut ist, mit den eigenen Sorgen und Zweifeln alleine zu sein.

Drittens, weil so jede*r mit eigenen guten Ideen beitragen kann, wir uns in unserem Verhalten bessern.

 

2. Generell auf Nachhaltigkeit achten

bewusster Leben

Bild von Gerd Altmann auf Pixabay

Generell ist es wichtig, auf Nachhaltigkeit zu achten. Ob Strom, Geräte, Lebensmittel etc. Ob man 100%igen Ökostrom bezieht, lässt sich heute im Internet recherchieren. Und bei Lebensmitteln, Kaffee, Blumen etc. gibt es Fairtrade-Produkte, bei denen die Produzenten einen fairen Preis erhalten. Bei Kleidung nennt sich das FairFashion.

Zum einen steht die Industrie in Konkurrenz mit den Mitbewerbern, zum anderen will sie immer mehr absetzen, um die Umsätze und Gewinne zu steigern. Ende dieser Spirale sind dann Monopolisten. Und die Arbeiter müssen immer mehr für das gleiche Geld leisten, oder auch mehr für weniger Geld. Auch dies ist Teil der Spirale. Die Ausbeutung betrifft also nicht nur die Böden, sondern auch die Menschen.

 

3. Lebensmittel bewusster einkaufen

Lebensmittel

Bild von Christine Sponchia auf Pixabay

Je mehr wir wegwerfen, umso mehr muss auch nachproduziert werden – irgendwo auf der Welt. Dort wird gespritzt, werden die Böden ausgelaugt. Also, selbst wenn unsere Abfälle kompostiert werden, landet die Erde nicht wieder dort, wo die Lebensmittel herkommen. Bei Fleisch ist es gar noch schlimmer, denn die Zucht weiterer Rinder zum Beispiel verursacht mehr „Abgase“.

Vor dem Einkauf Beutel und Kisten einpacken. Wer auf Tragetaschen und kleine Obst- und Gemüsetüten verzichtet, verbessert seine CO2-Bilanz erheblich.

Beginnen wir mit dem Einkauf: die Lust lässt uns oft mehr kaufen als wir benötigen. Wenn wir während des Einkaufs überlegen, für wie viele Tage wir nun eingekauft haben, dann tun wir dies schon bewusster.

Mindesthaltbarkeitsdatum: Dieses ist ein garantiertes Datum der Hersteller und großzügig ausgelegt, einmal, um nicht Risiken einzugehen, aber auch, um eher neue zu kaufen. Es heißt Mindesthaltbarkeit, es ist also noch nicht schlecht, schon gar nicht bei der richtigen Lagerung. Oft kann man mehrere Tage oder Wochen die Produkte verzehren, Gelees, Marmeladen gar Monate, wenn sie nach dem Öffnen im Kühlschrank stehen (siehe auch Kühlschrank unter Energiesparen). Empfehlung: Produkt genau anschauen.

Nur das kaufen, was man auch in der Zeit der Haltbarkeit verzehrt, so dass weniger weggeworfen werden muss, weil es nicht mehr genießbar ist.

Obst und Gemüse sollte aus der Region gekauft werden. Es wird weniger Energie für den Transport gebraucht und sie halten sich länger, da sie frischer auf den Markt kommen. Viel Obst und Gemüse landet auf den Müll, wird erst gar nicht zum Verkauf angeboten, weil wir perfekt aussehende Produkte wollen. Dazu kommt natürlich auch, dass „perfekte“ Produkte sich besser transportieren lassen. Auch das spricht für den Kauf von regionalen Produkten oder gleich auf dem Markt oder beim Erzeuger.

Auch die Lagerung ist wichtig. Kartoffeln und Zwiebeln bevorzugen dunkle Plätze, andere sollten kühl gelagert werden.

Umwelt schonen beim Kochen

Bild von RitaE

Eine Reduktion des Konsums von Fleisch hilft ebenfalls, Emissionen zu reduzieren. Bei der Zucht verursacht Geflügel viermal, Schweine achtmal und Rind etwa 20mal so viel Emissionen wie Gemüse. Und man sollte auch hier möglichst auf nachhaltig ausgerichtete Firmen achten.

Nur so viel kochen, wie auch gegessen wird. Oder wenn es mehr ist, dann nach dem Abkühlen im Kühlschrank für den nächsten Tag aufbewahren oder einfrieren. Gibt es Reste wie eine angeschnittene Aubergine, eine offene Sahne und noch ein paar Dinge, so lässt sich damit auch noch etwas zubereiten. Für eine Suppe, einen Auflauf, eine Pizza, ….

Wird man größere Mengen an Lebensmitteln nicht mehr los, so gibt es auch Plattformen, über die überschüssige Lebensmittel angeboten werden können. So Foodsharing: https://foodsharing.de/

Und die App Too Good To Go bietet an, dass die Lebensmittelverschwendung in der Gastronomie reduziert wird. Restaurants, Cafés und Imbisse stellen ihre überschüssigen Speisen kurz vor Ladenschluss ein, der Kunde kann sie anschließend reservieren. https://toogoodtogo.de/de

Und es gibt natürlich auch die Möglichkeit, Menschen, die auf der Straße leben, zu helfen! Sie freuen sich ganz sicher darüber.

Bei der Körperpflege sind feste Produkte umweltfreundlicher als Flüssige: Seife statt Duschgel, Haarseife statt Shampoo. Zahnpasta lässt sich mit Zahnputztabletten ersetzen.

CoffeeToGo: Wer Umwelt und Klima schonen will, nimmt einen wiederverwendbaren Becher mit und lässt ihn befüllen.

 

4. Brauchen wir so viel Kleidung?

Kleidung

Bild von moritz320

„Der Durchschnittsdeutsche kauft im Jahr etwa 60 neue Kleidungsstücke, ein einfaches weisses T-Shirt aus Baumwolle (220 g) mit einer Lebenszeit von etwa 55 Waschgängen verursacht etwa 11 kg CO₂-Emissionen, d.h. rund das 50fache seines Eigengewichts.“ (Quelle: myclimate.org/de/ )

Wir sollten also überlegen, ob wir so viel Kleidung benötigen, sie nicht länger tragen können. Wir dienen damit nur der Industrie, die immer mehr verkaufen will – für uns muss es immer billiger werden. Beim Kauf sollten wir vielleicht etwas mehr ausgeben und dabei darauf achten, wo und wie es produziert wurde. Denn der Trend geht immer mehr zu billigen Produkten und damit logischerweise hin zu Ausbeutung bis hin zur Sklaverei. Fast 90 Prozent unserer Kleidung werden in Asien produziert, oft unter fragwürdigen Bedingungen, mit schweren Folgen für Mensch und Umwelt.

Ebenso sollten wir möglichst auf Kunststoffe in der Kleidung verzichten. Sie schädigen die Umwelt und, wie inzwischen nachgewiesen, auch uns selbst (Mikroplastik).

Entscheidend ist der Verbraucher: Wie sehr schadet ein weißes T-Shirt der Umwelt?
Forscher haben die Ökobilanz eines handelsüblichen T-Shirts errechnet. Entscheidend ist demnach nicht so sehr die Produktion. … https://www.tagesspiegel.de/…

 

5. Wir können unseren Energieverbrauch reduzieren

Unbedingt sollten wir unseren Bezug von Strom auf 100% Erneuerbare Energien umstellen. Und wenn man einen eigenen Balkon hat, so sind inzwischen Solaranlagen genehmigt, die man dort aufstellt und  direkt in die Steckdose stöpselt. Man benötigt also keinen Installateur.

Energiesparlampen und LEDs funktionieren länger und senken den Energieverbrauch enorm. Beleuchtung, die nicht benötigt wird, weil man den Raum verlässt, sollte beim Rausgehen ausgeschaltet werden. Fernsehgeräte und andere benötigen beim „Ausschalten“ weiterhin Strom, denn sie werden nur auf Standby geschaltet. Notebooks, Internet-Router und Ladegeräte haben in der Regel Netzteile und diese verbrauchen weiterhin Strom, auch wenn die Geräte ausgeschaltet oder davon getrennt wurden. Helfen tun Steckdosenleisten mit Schalter, man schaltet hier den Stromverbrauch auf null.

Kühlschrank

Bild von difisher

Je voller ein Kühlschrank ist, vor Allem mit Flüssigkeiten oder halbflüssigen Materialien wie Marmeladen, Gelees, Ketchup etc.), desto weniger Luft ist im Kühlschrank, die beim Öffnen der Tür entweichen kann. Die Produkte selbst speichern die Kälte, geben sie nicht so schnell ab wie Luft. Ist die Butter nicht mehr streichfähig, ist der Kühlschrank zu kalt. Sieben Grad Kühltemperatur ist ideal, das entspricht bei vielen Geräten der Stufe 1 oder 2. Auch der Geldbeutel freut sich: Eine Erhöhung der Kühltemperatur von fünf auf sieben Grad bedeutet eine Einsparung zwischen 15 und 20 Prozent Strom.

moderater heizen

Bild von ri

Müssen wir im Winter 21°C in der Wohnung haben? Tragen wir nicht schon wärmere Kleidung, weil wir rausgehen? Je später wir im Herbst mit dem Heizen beginnen, umso mehr gewöhnt sich der Körper an niedrigere Temperaturen und wenn wir die Wohnung nur auf 18 bis 20°C heizen, dann ist es uns im Pullover, den wir sowieso tragen, gemütlich warm. Senkt man die Raumtemperatur um 1 °C, so werden dadurch mindestens 4 Prozent Energie gespart. Einfach einmal ausprobieren! Die Absenkung der Raumtemperatur um nur ein Grad senkt die CO2-Emissionen eines Vier-Personen-Haushalts pro Jahr um rund 350 Kilogramm.

Eine kurze Dusche ist besser als ein Vollbad. Und müssen nicht viele von uns auch noch das kalte Wasser aufdrehen, damit wir die für uns optimal Temperatur haben? Wenn der Warmwasserbereiter auf 60°C eingestellt wird, so reicht das vollkommen aus und wir reduzieren den Energieverbrauch.

Bei den heutigen Waschmitteln benötigen wir nicht mehr die Temperaturen wie früher. Wäsche wird auch bei geringeren Temperaturen sauber. Wer statt 60 Grad nur 40 Grad einstellt, spart rund die Hälfte der Stromkosten; bei 30 Grad sogar zwei Drittel. Und die Wäscheleine ist deutlich umweltfreundlicher als der Trockner. Einsparpotenzial laut Greenpeace: bis zu 330 Kilogramm CO2 pro Person und Jahr.

Wascmaschine

Bild von moerschy

Ebenso lassen sich bei Waschmaschinen in der Regel kürzere Programm wählen. Wir benötigen damit deutlich weniger Energie.  Auch gibt es heute sehr gute 100%ig pflanzliche Waschmittel, die genauso gut wie die anderen waschen. Es gibt sie sogar als Konzentrate, die umgerechnet nicht teurer sind als die herkömmlichen. Damit belasten wir die Umwelt weniger.
Und die Wäsche sollten wir natürlich an der Luft trocknen lassen. Optimal ist draußen in Sonne und Wind, dann spart man sich auch das Bügeln.

Kochen sollte wann immer möglich mit aufgelegtem Deckel passieren. Ein einfacher Test: wie lange dauert es, bis Wasser in einem Topf ohne Deckel kocht und wie lange mit Deckel?

Gerätekauf: Bevor wir ein neues Gerät kaufen, weil es weniger Energie verbraucht, sollten wir uns bewusst machen, dass vor Allem für die Produktion sehr viel Energie benötigt wird. Das beginnt schon bei der Gewinnung der Rohstoffe, geht über die Verarbeitung bis hin zu Montage und Transport sowie deren Anteil an den Energiekosten des Geschäfts. Und bei der Entsorgung wird ebenso Energie verbraucht. Deshalb ist es nicht selten günstiger und nachhaltiger, das alte Gerät, das noch keine Defekte aufweist, weiter zu benutzen.

 

6. Verkehr reduzieren!

Benötigen wir ein eigenes Auto? 80 bis 90% der Zeit steht es herum und verliert permanent an Wert. Es kostet Anschaffung, Versicherung, Inspektionen, Reparaturen, Reifen, Bremsen und Benzin. Rechnet man das alles zusammen und dann auf den Kilometer herunter, dann ist es gar nicht mehr so preiswert. Vorzuziehen, auch wegen des Ressourcenverbrauchs bei Produktion und Entsorgung (Allgemeinheit), sind Fahrräder, öffentliche Verkehrsmittel, Fahrgemeinschaften sowie CarSharing. Es ist günstiger, und umweltfreundlicher. Auch E-Autos verbrauchen übrigens Ressourcen bei der Produktion des Fahrzeugs, Batterien werden auch mit Kohlestrom produziert!

Steigt man um, so gewöhnt man sich schnell an Abfahrtszeiten von Bussen und Bahnen, dazu kommt, dass man in den öffentlichen Verkehrsmitteln sitzen und etwas tun kann, sie zum Beispiel lesen. Man braucht nicht auf den Verkehr achten, es ist entspannter. Auch auf dem Land gibt es bereits Carsharing-Projekte, so dass auch da nicht mehr alle ein eigenes Fahrzeug benötigen.
https://mobilitymag.de/carsharing-jesberg/

Fliegen

Bild von Holger Detje

Fliegen sollte möglichst vermieden werden. Gibt es nicht Regionen in der Nähe, die man noch nicht kennt? Es lohnt sich, auch da einmal Urlaub zu machen. Es muss nicht immer „exotisch“ sein. Ein kleines Beispiel: wer kennt schon den Spreewald mit seinen Kanälen und der sorbischen Kultur? Und es gibt viele andere spannende Regionen in Deutschland und rundum, wie Pfalz/Elsass, Schleswig-Holstein, Bayrischer Wald und, und, und…

 

Und zum Schluss:

Auch in unserem Umfeld können wir etwas tun, indem wir es vorleben und Tipps geben – nicht oberlehrer*innenhaft!!!

Quellen u.a.:

https://utopia.de/galerien/lebensmittelverschwendung-10-tipps/

https://www.myclimate.org/de/

https://www.tagesschau.de/inland/klimaschutz-massnahmen-101.html


NABU: Wie kann ich Regenwälder schützen?

15 Tipps für den Alltag

Jedes Jahr verschwindet eine Regenwaldfäche größer als die Schweiz, und jeden Tag werden bis zu 50 Arten für immer ausgerottet. Der Verlust dieses Lebensraumes verändert auch das Weltklima. Mit einfachen Mitteln können Sie helfen, den Regenwald zu schützen.

weiterlesen https://www.nabu.de/…

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