Zunahme von Gewalt bei Kindern und Jugendlichen

Mehr Gewalt bei Kindern und JugendlichenGewalt, die von Kindern und Jugendlichen ausgeht, hat laut dem neuesten Bericht zur polizeilichen Kriminalstatistik für das Jahr 2024 zugenommen. Das Bundeskriminalamt nennt diese Entwicklung besorgniserregend.

Darauf achten, wie es Kindern geht!

Werden Kinder durch aggressives Verhalten bereits auffällig, so, muss ihnen geholfen werden. Als Kind hat sich in ihnen etwas aufgestaut und sie wissen nicht, wie sie aus der Situation herauskommen können. Die Gewalt ist ein Ventil, sie beginnt oft mit Schreien, es ist ein Hilfeschrei. Geschieht nichts, so besteht die Gefahr, dass sie für immer aggressiv bleiben, dies gar eskalieren kann.

Keine Gewalt vor oder an Kindern und Jugendlichen!

Als Erwachsene kennen wir selbst Situationen, in denen wir durch Stress weniger tolerant sind, eventuell schreien. Familiäre Probleme wirken sich auf die Kinder aus und sie wissen nicht, wie sie damit umgehen sollen. Manche machen dies nach.  Andere, vor allem diejenigen, die sich als Versagende sehen, ziehen sich zurück und leiden unter Depressionen.

Vernachlässigung, Scheidung, eine Trennung, Gewalt, Misshandlung und jegliche Art von emotionalem Bruch belastet Kinder enorm. Aber auch schulische Probleme (Schulversagen) ohne notwendige Hilfe können Ursachen sein. Letztere können ebenso durch die häuslichen Probleme entstehen.

Haben wir Erwachsenen uns verändert?

Man kann es seit Jahren selbst beobachten: die Sprache hat sich geändert, ist aggressiver geworden und auch die Gewaltbereitschaft hat zugenommen. Zwar hat die Gesamtzahl von Gewalttaten um 1,7 % gegenüber 2023 abgenommen, aber man muss die verschiedenen Delikte betrachten. Hier nun einige, die zunahmen:

  • Vergewaltigung, sexuelle Nötigung und sexueller Übergriff im besonders schweren Fall einschl.
    mit Todesfolge (+9,3 Prozent, +1.134 Fälle)
  •  Verbreitung, Erwerb, Besitz und Herstellung jugendpornographischer Inhalte (+8,5 Prozent,
    +750 Fälle)
  • Beleidigung (+5,8 Prozent, +13.718 Fälle)
  • Straftaten gegen die persönliche Freiheit (+5,3 Prozent, +15.111 Fälle), insbesondere bedingt
    durch Bedrohung (+7,0 Prozent, +12.892 Fälle) und Nachstellung (Stalking) (+6,9 Prozent, +1.587 Fälle)

Kinder wollen lernen!

Es sind Situationen, die Kinder sehen, wie zum Beispiel Gewalt zwischen Eltern oder die sie an sich selbst erfahren. Aber auch Fernsehen kann eine Rolle spielen, weshalb Eltern überlegen sollten, was sie Kinder sehen lassen. Sie wollen lernen und mangelnde Aufmerksamkeit kann da in ihrer Hilflosigkeit schon zu depressiven oder aggressiven Verhalten führen.

Erwachsene müssen auch über sich nachdenken!

Nicht selten wird von Erwachsenen über andere schlecht geredet, über einzelne Personen oder über Gruppen. So geschieht dies über Flüchtlinge, Menschen anderer Hautfarbe in vielen Familien. Aber auch tief sitzende Vorurteile werden teils gepflegt wie die gegenüber Sinti und Roma. Sie leben seit Jahrhunderten in Europa. Doch was wissen wir über ihre Lebensweisen und warum sollen sie nicht so leben dürfen? Und was wir natürlich nicht vergessen dürfen, ist die Haltung von vielen Männern gegenüber Frauen! Da müssen wir an uns selbst arbeiten! Wer sind wir, dass wir so über andere reden?

Die Augen offen halten und helfen!

Ein Anfang von Gewalt sind häufig offensichtliche Schikanen gegenüber Schwächeren. Dazu gehören Demütigungen, sich lustig machen und gar körperliche Angriffe. Dabei spielt manchmal eine Rolle, dass sich Kinder in einer Gruppe befinden. Gemeinsam fühlen sie sich stärker.

Hier müssen Erwachsene einschreiten. Die Eltern oder andere, die dies mitbekommen. Pädagogen dürften dafür sensibilisiert sein und können auffälliges Verhalten im Unterricht oder auch auf dem Schulhof sehen. Dann sollte das Gespräch gesucht werden, um die Kinder und Jugendlichen wieder „auf den richtigen Weg“ zu bringen. Strafen dürften erst bei mehreren Wiederholungen angesagt sein.

Und Opfer benötigen Hilfe, damit sie darüber reden, die Taten bei zuständigen Stellen melden. Auch muss ihnen gezeigt werden, wie sie in Zukunft damit umgehen können, um nicht selbst abzudriften.

Im Internet finden sich Ratschläge für Laien, für uns alle. Eine friedliche Gesellschaft reduziert den Stress für jede einzelne Person.

Zum Schluss: Junge Frauen sind oft gebildeter als Männer. Wie kann das sein? Vielleicht, weil sie sich auf anderes als junge Männer konzentrieren?

 

Die Meldungen zum Thema und Links zu Ratschlägen:

„Besorgniserregend“: Mehr Gewalt bei Kindern und Jugendlichen

02.04.2025 – Bundesinnenministerin Faeser hat in Berlin den Bericht zur polizeilichen Kriminalstatistik vorgestellt. Auffällig ist die bundesweit deutliche Zunahme von tatverdächtigen Kindern und Jugendlichen im Bereich der Gewaltkriminalität – auch in Bayern. BKA-Chef: Entwicklung ist „besorgniserregend“.

weiterlesen bei Bayrischer Rundfunk

 

Gewalttaten: Ab wann sollen kriminelle Kinder bestraft werden?

25.04.2024, – Kinder unter 14 Jahren begehen immer mehr Gewalttaten, das zeigt die aktuelle Kriminalstatistik. Nun fordert unter anderem Bayerns Justizminister, die Strafmündigkeit zu überprüfen. Doch ob eine niedrigere Altersgrenze helfen würde, ist umstritten.

weiterlesen bei Bayrischer Rundfunk

 

Polizeiliche Kriminalstatistik 2024

Die Innenministerinnen und Innenminister sowie die Innensenatorin und der Innensenator der
Länder und des Bundes haben sich im März 2025 mit der Polizeilichen Kriminalstatistik 2024
befasst und den nachstehenden Bericht durch einstimmigen Beschluss zur Kenntnis genommen.
Ausgewählte Zahlen im Überblick:

weiterlesen bei BMI

Anzahl der straftatverdächtigen Kinder, Jugendlichen und Heranwachsenden bei Gewalttaten in Deutschland von 1987 bis 2024

weiterlesen bei Statista

 

Gewalt von Jugendlichen: Weil ihnen als Kind die Liebe fehlte?

23.02.2024 – Ein Amoklauf an einer Schule in Wuppertal, mehrere Angriffe in NRW auf Obdachlose: Wie es zu solcher Gewalt von Jugendlichen kommt – und wie sich das verhindern lassen könnte.

weiterlesen bei WDR

 

Antiziganismus in Deutschland:
Sinti und Roma haben es an Schulen schwer

02.04.2025 – An deutschen Schulen erfahren Sinti- und Roma-Kinder immer wieder Diskriminierung und Rassismus. Das bestätigt ein neuer Bericht. Dabei geht es um viel mehr als plumpe Beleidigungen auf dem Schulhof.

weiterlesen bei Tagesschau

ANTIZIGANISMUS IM BILDUNGSBEREICH AM BEISPIEL SCHULEN UND KITAS
Bericht der Melde- und Informationsstelle Antiziganismus / MIA

weiterlesen (PDF) bei antiziganismus-melden.de

 

Junge Frauen sind oft gebildeter als Männer

03.04.2025 – Eine neue Studie des Statistischen Bundesamtes zeigt: Junge Frauen schneiden bei Schul- und Hochschulabschlüssen im Schnitt besser ab als junge Männer. Auffällig sind auch die Ergebnisse mit Blick auf nicht bestandene Prüfungen.

weiterlesen bei Tagesschau

 


Informationen zu Gründen, Auswirkungen und was tun:

Gewalttätige Kinder: In der heutigen Gesellschaft gibt es immer mehr Gewalt, auch die Welt der Kinder ist davon betroffen.

Ein Kind im Vorschulalter kann ein gewalttätiges Verhalten an den Tag legen, das sich auf verschiedene Arten äußern kann: explosive Wutausbrüche, physische Aggressivität, Drohungen oder der Versuch andere zu verletzen, die Verwendung von Waffen, Grausamkeiten gegenüber Tieren, die vorsätzliche Zerstörung von Gegenständen oder Vandalismus.
Die Faktoren, die zu Gewalttätigkeit von Kindern führen:

weiterlesen bei Humanium

 

Niemals Gewalt gegen Kinder!

„Aus dir wird nie etwas.“ Ist gar nicht so gemeint? „Wer nicht hören will, muss fühlen.“ Ist doch bloß ein Spruch?

Sätze wie diese hören Kinder jeden Tag. Sie verharmlosen Gewalt und machen eine weitverbreitete Haltung gegenüber Kindern deutlich. Ständige Drohungen, Erniedrigungen – auch das ist Gewalt. UNICEF möchte erreichen, dass jede Form von Gewalt gegen Kinder ein Ende hat.

Was ist Gewalt gegen Kinder?

weiterlesen bei UNICEF

 

Polizeiliche Kriminalprävention:
Jugendliche als Täter von Gewalttaten

  • Entstehung und Formen von Jugendgewalt
  • Empfehlungen für Eltern und Erzieher für einen gewaltfreien Umgang

weiterlesen bei Polizei-Beratung.de

 

Gewalttätiges Verhalten bei Kindern und Jugendlichen

Viele Kinder und Jugendliche haben gelegentliche körperliche Auseinandersetzungen mit anderen. Bei den meisten Kindern und Jugendlichen führt diese aber nicht zu fortgesetztem gewalttätigen Verhalten oder zu Kriminalität. Allerdings ist bei Kindern, die bereits vor der Pubertät gewalttätiges Verhalten zeigen, das Risiko von kriminellen Handlungen höher.

Viele Risikofaktoren für Gewalt in der Jugend hängen mit länger andauerndem oder wiederholtem Stress zusammen. Dieser Stress kann die Entwicklung des Gehirns negativ beeinflussen.

  • Zu den bekannten Risikofaktoren für gewalttätiges Verhalten zählen: …
  • Die Gewaltprävention sollte bereits in der frühen Kindheit beginnen. Zu den Strategien zählen die Folgenden: …

weiterlesen bei MSD Manual

 


Titelbild von _mallgoth_ auf Pixabay


Um die Entwicklung bei den einzelnen Themen zu sehen,
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