Seit Jahren verändert sich die Gesellschaft in Deutschland. Verbale und physische Gewalt nehmen zu. Die Sprache hat sich in den letzten Jahren geändert. Worte, die früher tabu waren, sind heute teils zur Normalität geworden.
Gewalt beginnt mit der Sprache
Verwenden wir provozierende oder gar aggressive Worte, dann erhalten wir häufig entsprechende Reaktionen. Das wissen wir auch aus eigener Erfahrung. Sich nicht diskriminierend, sich friedlich und eventuell zurückhaltend auszudrücken, lässt die Personen gegenüber meist auch ebenso antworten. Man fühlt sich respektiert. Tut dies jemand nicht, dann sollten wir nicht nachziehen, denn dann beginnt sich ganz schnell die Spirale zu drehen, bis hin zu Geschrei und dann vielleicht zu körperlicher Gewalt. Solch ein Verhalten führt übrigens auch zu Kriegen.
Unzufriedenheit, Stress hat Ungeduld zur Folge, also oft heftige Reaktionen. Am Ende steht Aggressivität. Hat man Umgang mit Personen, die sich so verhalten, dann besteht die Gefahr, dass man solches Verhalten übernimmt. Mit Unzufriedenheit in der Gesellschaft wächst dieses Phänomen.
Und als Eltern, die Menschen mit dem größten Einfluss auf ihre Kinder, müssen wir um so mehr darauf achten. Sie lernen von ihren Eltern, übernehmen Verhaltensweisen. Kinder zeigen deutlich die Verrohung in Gesellschaft und Politik.
Respekt muss über allem stehen
Kein Mensch ist aufgrund seiner Herkunft schlechter oder besser. Wir müssen jede Person respektieren, auch wenn sie uns nicht gefällt. Wir alle haben ja auch Einstellungen oder Gewohnheiten, die nicht 100%ig richtig sind. Und wir dürfen nichts tun, was wir nicht akzeptieren würden, wenn andere dies tun. Dies ist die Grundlage einer friedlichen Gesellschaft. Und es liegt auch an uns selbst, wer wir in einer Gesellschaft sind. Sich mächtig zu fühlen, hat zur Folge, dass man auf andere herabschaut, diskriminiert. Wir müssen alle als gleichberechtigten Teil der Gesellschaft betrachten.
Vorbild Politik
Und dies gilt überall: zu Hause, auf der Straße, bei der Arbeit, aber auch in der Politik! Gerade dort sollten die Menschen ein Vorbild für die Gesellschaft sein. Sie sollten respektvoll mit anderen umgehen und dies in der Öffentlichkeit zeigen. Verbale Angriffe bis unter die Gürtellinie legitimieren das Volk, ebenso zu sein.
Zunahme physischer Gewalt
Mit der verbalen hat die physische Gewalt ebenfalls zugenommen. Es gibt viel mehr Sachbeschädigungen, deren Ursache Hass auf Dinge sowie pure Lust am Zerstören sind. Manchmal erfolgen die Taten unter lautem Geschrei, vor allem wenn es mehrere Täter sind.
Aber auch die Gewalt an Menschen hat zugenommen. So zum Beispiel gegen Pflegepersonal und Ärzte. Dies ist doch erschreckend! Sie wollen helfen und dann werden sie angeschrien und angegriffen, weil sie nicht sofort zur Verfügung stehen oder die Patient*innen nicht so behandeln, wie sie es erwarten. Dies ist doch ein sehr gutes Beispiel der Veränderungen in der Gesellschaft. Die Gewalt führt zu einer psychischen Mehrbelastung der Opfer und damit auch zu der Gefahr, dass sie mehr Fehler bei Behandlungen machen und/oder den Beruf verlassen. Das Gesundheitswesen leidet heute schon unter einem großen Personalmangel!
(Mehr zu „Fachkräftemangel und Migration in Deutschland“ im Artikel vom 29.01.2025)
Gewalt gegen Mädchen und Frauen
Ebenso nahm die Gewalt gegen Frauen und Mädchen zu, bis hin zu Feminiziden. Dies zeigt doch, dass Hass zugenommen hat, vor allem durch Männer! Der Anteil an weiblichen Opfern, die im Zusammenhang mit partnerschaftlichen Beziehungen Opfer von Tötungsdelikten wurden, liegt bei 80,6 Prozent. In Deutschland wurde im Jahr 2023 beinahe jeden Tag ein Mädchen oder eine Frau ein Opfer vollendeter Taten.
Die Fälle von Sexualdelikten gegen Kinder und Jugendliche nehmen deutlich zu. Sexueller Missbrauch von Minderjährigen und die Herstellung sowie pornografischer Inhalte sind deutlich angestiegen!
Politisch motivierte Gewalt
Laut Bundeskriminalamt (BKA) nahm die Zahl politisch motivierter Gewalt im Jahr 2023 zu und ganz sicher auch im Jahr 2024. Diese kam vor allem aus der rechtsextremistischen Szene, was im Gegensatz zu Gewalttaten durch Migrant*innen nur wenig Platz in den Medien findet. Ist es vielleicht Angst der Medien vor Angriffen gegen sie selbst?
Gewalt durch Ausländer
Es gibt zahlreiche verzerrende Faktoren, die dazu führen, dass Ausländer eher in der Kriminalstatistik landen als Deutsche. Aber: Auch abseits der Verzerrung bleibt ein überproportionaler Anteil von Ausländern in der Kriminalstatistik übrig. Grund dafür ist allerdings ist nicht die Nationalität an sich, sondern Faktoren, die auch bei Deutschen Kriminalität befördern: Armut, geringe Bildung, kriminelle Freundeskreise, eigenes Gewalterleben und gewaltverherrlichende Männlichkeitsnormen (Quelle: Mediendienst Integration).
Verantwortung der Politik
Wie lange will man dabei noch zu- oder wegschauen? Obwohl die meisten Taten Straftatbestände erfüllen, nehmen sie zu. Drohende Strafen halten die Menschen nicht von ihren Taten ab. Es sollte allen klar sein, dass viel mehr bei der Prävention angesetzt werden muss! Dazu gehören vor Allem Öffentlichkeitsarbeit sowie mehr Bildung, Beratung und Betreuung.
Warum wird dieses Problem nicht von den Verantwortlichen in der Politik angegangen? Obwohl auch Parteimitglieder tätlich angegriffen werden, wird geschwiegen. Die einzige Gewalt, die von ihr thematisiert wird, ist die durch Migrant*innen. Die politisch Verantwortlichen haben die Pflicht, Vorbild zu sein und ebenso das Nötige in die Wege zu leiten.
Belege/Artikel hierzu:
Political Correctness/Politische Korrektheit
21.03.2024 – Die Forderung nach einem diskriminierungsfreien, respektvollen Sprachgebrauch ist gut begründet. Die konkrete Umsetzung erweist sich allerdings oft als problematisch und neue Sprachreglementierungen stoßen zum Teil auf erbitterten Widerstand.
weiterlesen bei Bundeszentrale für politische Bildung
Bundespräsident: Steinmeier beklagt „Verrohung der Sprache“
13.03.2024 – Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier ist besorgt über Hass, Hetze und Drohungen, denen sich Lokalpolitiker zunehmend ausgesetzt sehen. „Wir sind uns wahrscheinlich einig darüber, dass die Grenze zwischen dem Sagbaren und dem Unsäglichen schon erheblich verschoben worden ist“
weiterlesen bei ZEIT
Extremismus aus sprachwissenschaftlicher Perspektive
Sprache spielt im politischen Extremismus eine zentrale Rolle, denn es handelt sich um eine komplexe Kommunikation zwischen Verhüllung und Selbstoffenbarung, interner und externer Legitimierung in Bezug auf eine politische und/oder religiöse Ideologie…
weiterlesen bei Infoportal Extremismusprävention
Die Radikalisierung des öffentlichen Sprechens
05.02.2020 – Monika Grütters sieht die Debattenkultur hierzulande bedroht und warnt vor „sprachlicher Gewalt“. Dabei hält sie die sprachliche Verrohung von rechts für genauso schädlich wie die „political correctness“ von links. Eine mögliche Antwort sei: Humor.
weiterlesen des Interviews bei Deutschlandfunk Kultur
Framing, Hetze, Hass – können Wörter töten?
13. 11.2020 – Framing in der Politik, Hate Speech im Netz, das alles hinterlässt Wirkungen. Müssen die Verfasser Verantwortung übernehmen, wenn aus ihren Worten Taten werden? Die neue Dokumentation von MDR Wissen untersucht, wie Sprache und Handlung zusammenhängen.
weiterlesen bei MDR Wissen
Zunehmende Gewalt auch an Schulen:
Kinder spiegeln die Verrohung in Gesellschaft und Politik
10.04.2024 – Die neue Kriminalstatistik zeigt eine deutliche Zunahme von Gewalttaten, besonders auch unter Jugendlichen. BLLV-Präsidentin Fleischmann warnt dabei vor schnellen Schuldzuweisungen und stellt klar: Jugendliche spiegeln nur das wider, was ihnen vorgelebt wird.
weiterlesen bei Bayerischer Lehrer- und Lehrerinnenverband e.V.
Jugendliche Gewalt: Was hinter den steigenden Zahlen steckt
04.07.2024 – Laut Polizeilicher Kriminalitätsstatistik werden Kinder und Jugendliche in Deutschland immer gewalttätiger. Die aktuellen Zahlen liegen klar über dem Vor-Corona-Niveau, aber auch klar über dem Niveau von 2022. Wo die Gründe liegen.
weiterlesen bei Deutschlandfunk Kultur
Marburger Bund-Monitor 2024: Ärztliches Personal berichtet über Zunahme von Gewalt in Krankenhäusern
Zwölf Prozent der Ärztinnen und Ärzte in Kliniken sind häufig mit Beschimpfungen, Beleidigungen und anderen Formen verbaler Gewalt im beruflichen Umfeld konfrontiert; bei einem Drittel kommen solche verbalen Gewalterfahrungen manchmal vor. Körperliche Gewalt im beruflichen Umfeld, beispielsweise in Form von Schlägen oder Tritten, erleben zehn Prozent der Ärztinnen und Ärzte gegen sich oder andere Mitarbeitende „manchmal“ und zwei Prozent „häufig“. 41 Prozent berichten über eine Gewaltzunahme in den vergangenen fünf Jahren.
weiterlesen bei Presseportal
Straftaten gegen Frauen und Mädchen steigen in allen Bereichen –
Fast jeden Tag ein Femizid in Deutschland
18.11.2024 – Neues Lagebild gibt erstmals umfassendes Bild von geschlechtsspezifisch gegen Frauen gerichteten Straftaten.
2023 wurden 938 Mädchen und Frauen Opfer von versuchten oder vollendeten Tötungsdelikten (+1,0 Prozent, 2022: 929). Dies entspricht einem Anteil von 32,3 Prozent aller Opfer von Tötungsdelikten. Der Anteil an weiblichen Opfern, die im Zusammenhang mit partnerschaftlichen Beziehungen Opfer von Tötungsdelikten wurden, liegt bei 80,6 Prozent. Insgesamt wurden 360 Mädchen und Frauen Opfer vollendeter Taten. Demnach gab es 2023 beinahe jeden Tag einen Femizid in Deutschland.
weiterlesen bei Bundesministerium des Innern und für Heimat
Sexueller Missbrauch von Kindern:
Fallzahlen im Jahr 2023 um 5,5 Prozent gestiegen
08.07.2024 – Bundesinnenministerin Nancy Faeser, BKA-Vizepräsidentin Martina Link und die Unabhängige Beauftragte für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs Kerstin Claus stellen das Bundeslagebild Sexualdelikte zum Nachteil von Kindern und Jugendlichen 2023 vor.
weiterlesen bei BKA
Im Fokus:
Bundeslagebild Sexualdelikte zum Nachteil von Kindern und Jugendlichen 2023
Juli 2024 – Bundesinnenministerin Nancy Faeser und BKA-Vizepräsidentin Martina Link haben das Bundeslagebild Sexualdelikte zum Nachteil von Kindern und Jugendlichen am 8. Juli 2024 vorgestellt. Das Lagebild umfasst Zahlen zu Straftaten des sexuellen Missbrauchs an Kindern und Jugendlichen sowie zur Verbreitung von Missbrauchsdarstellungen.
weiterlesen mit Grafiken bei BKA
Politisch motivierte Kriminalität in Deutschland erreicht neuen Höchststand
21.05.2024 – Statistik für das Jahr 2023 veröffentlicht: Deutlicher Anstieg politisch rechts motivierter Straftaten / Massiver Anstieg antisemitischer Straftaten seit dem Terrorangriff der Hamas auf Israel.
weiterlesen bei BKA
Messerkriminalität: Welche Rolle spielt die Nationalität?
14.01.2025 – 2023 gab es eine Zunahme von Messerangriffen in Deutschland. Was besagen die Statistiken des Bundes und der Bundesländer zu „Messerkriminalität“ und welche Rolle spielt die Nationalität? Der Mediendienst hat Zahlen und Forschung zum Thema zusammengetragen.
weiterlesen bei Mediendienst Integration
Psychiater: Gefahr geht nicht per se von Migranten aus
07.02.2025 – Der tödliche Messerangriff in Aschaffenburg hat eine große Debatte über die Gefahr von Migration und Flüchtlingen ausgelöst. Der örtliche Psychiatrieprofessor sieht das Hauptproblem woanders.
weiterlesen bei Ärzteblatt
Titelbild von Gerd Altmann auf Pixabay
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